Mein Wahljahr 2013 – Die Idee

Politik / Wahljahr 2013

Das Jahr 2013 ist noch gar nicht alt und doch ist diese Jahr Wahljahr. Der Zustand unserer Parteien ist in einem fragwürdigen Zustand. Mit keiner Partei verbinde ich zum jetzigen Zeitpunkt klare Aussagen, wofür sie steht und wofür sie kämpfen will. Was sind die Ziele? Geht es nur um Personalien oder steckt wirklich noch Substanz hinter den Slogans?

Fragen, die ich nicht zu beantworten weiß und für mich ein wenig Licht ins Dunkel bringen möchte. Da ich wahrscheinlich nicht der einzige bin, dem das so geht, werde ich bis zur Bundestagswahl unter der Rubrik „Mein Wahljahr 2013“ meine Gedanken zu den einzelnen Parteien, deren Inhalte und Personen niederschreiben.

5 Kommentare

  1. Also:

    Auch wenn viele phrasenmäßig ein sinnentleertes „Das war doch nie anders…“ dazu ablassen, so empfinde ich die politische Situation Deutschlands momentan als ganz besonders prekär. Um am Anfang anzufangen: Ich glaube, wir steuern auf einen Kollaps des Finanzsystems zu, welcher in einem Schuldgeldsystem ja quasi aus mathematischer Logik heraus über kurz oder lang eh unausweichlich ist. Mit „darauf zusteuern“ meine ich, dass wir uns in der Endphase befinden, dass also dieser Kollaps nicht nur noch zu unseren Lebzeiten stattfinden wird, sondern das es durchaus keine panische Überreaktion wäre, sich auf derlei bereits vorzubereiten. Besonders schön kann man das daran erkennen, dass jene, die den Überblick über die Weltfinanzsituation haben, es bereits tun. Kapitalflucht, Flucht in Realwerte, die Goldpreise schießen in die Höhe und die Ankaufläden für Gold und andere Edelmetalle ploppen stellenweise wie Pilze aus dem Boden.

    Was hat das mit der Wahl/den Parteien zu tun?
    Ganz einfach, dass zuspitzen der Krise zeigt immer deutlicher auf, wo die wahren Werte der momentanen Regierungsfraktionen liegen. Das „große Laientheater“ im Bundestag zeigt immer wenn es ums Geld geht schnell sein wahres Gesicht, wenn Entscheidungen so deutlich gegen den Bürger – zur Überwachung/Entrechtung der Bürger – getroffen werden, dass man sich als politisch interessierter Mensch eine neue RAF wünscht, welche diese Schweine wieder zu Konfetti bombt. Wer wirklich noch gravierende Unterschiede zwischen CDU oder SPD zu sehen glaubt, hat meines Erachtens nicht mehr alle Nadeln auf der Tanne oder die letzten Jahrzehnte verschlafen. Beide Parteien haben in den letzten Jahren grundlegend Entscheidungen gegen die Menschen getroffen und durchgesetzt oder von der „Oppositionsbank“ aus durchgewunken. Das Grundgesetz, so kann man erkennen, liegt dabei bei den Herren und Damen offensichtlich nur noch auf der Toilette herum. Nicht als Lektüre, dass würde mitunter ein schlechtes Gewissen machen, sondern für den Fall das man vor lauter Schmiergeld zählen nicht dazu kommt, Klopapier nachzukaufen.

    FDP macht meines Erachtens vor allem den Medienclown. Die Aufgabe dieser Partei ist es, dass Volk durch ihre Dummheit und Inkompetenz zu schocken, damit der Großverbund nicht ganz so asozial rüberkommt. Die Grünen sind eigentlich die Partei, die meines Erachtens für gar nichts steht, was man in der Regel ja eher den Piraten vorwirft. Umweltschutz machen sie so ein wenig hier und da vielleicht, aber wie man im Fall unserer diversen Angriffskriege sehen konnte, wo wir unter dem Kommando unserer amerikanischen Herrscher durch Vorwände gestützte Invasionen in Ölnationen unternommen haben, sind die einstigen Blümchenpolitiker auch nicht gerade eine ernstzunehmende moralische Instanz.

    Was ich von der Linken halten soll weiß ich nicht so recht. Zumindest kann ich sagen, dass Gregor Gysi und Sarah Wagenknecht durchaus mal sinnvolle Meinungen vertreten und auch wichtige Dinge in den Zusammenhängen ansprechen, in denen man sie ansprechen sollte (auf Wunsch gebe ich gerne Links dazu). Ob das alles Hand und Fuß hat, oder letztlich auch nur leeres Blabla ist, sei dahingestellt, zumindest aber bestünde hier eine Chance darauf, dass mal was ernst gemeint ist. Wer das bei CDU, SPD, FDP oder Grünen noch glaubt hat für mich halt nicht mehr alle Latten am Zaun. Auch das Gerede bezüglich „Mauerschützenpartei“ oder „Ex-DDR Blabla“ ist in meinen Augen reine Polemik. Die Regierungsträger lassen sich in Sachen Wirtschaft von Institutionen wie der Deutschen Bank beraten (bzw. gleich ihre Briefe tippen), sie holen sich also Rat zum „Wohle der Menschen“ von Konzernen, die Geld damit verdienen, durch Nahrungsmittelspekulationen mehr Menschen auf diesem Planeten durch Hunger elendig für den eigenen Profit verrecken zu lassen, als irgendein 3. Welt Diktator mit seiner Privatarmee zusammengeschossen bekommt. Da kann ich auch „Mein Kampf“ als Leitsatz für Humanismus und Völkerverständigung definieren, dass macht genauso viel Sinn.

    Größte Hoffnungsträger sind in meinen Augen tatsächlich die Piraten und wenn ich ehrlich bin, hab ich selbst ein mulmiges Gefühl dabei. Denn zwar halte ich das ganze Chaos und die ganze Unstrukturiertheit dieser Partei zwar für medial total überzogen dargestellt, aber halt auch nicht völlig aus der Luft gegriffen. Die Abscheu dieser Partei gegen die Strukturen der bestehenden Parteien lässt sie halt irgendwie blind dafür werden, dass Demokratie trotz allem bedeutet, dass das Volk sich eine „Führung“ wählt, die dann auch „führen“ können muss. Das kriegen die irgendwie nicht gebacken und darum sind sie sicherlich keine supergute, aber immerhin auch keine „grundweg schlechte“ Lösung. Denn eines nehme ich den Piraten absolut ab und das ist, dass sie wirklich etwas verändern wollen und vor allem, dass sie es wirklich zu Gunsten der Menschen verändern wollen. Und das ist zu 5000% mehr als man von einem CDU, SPD oder gar FDP Politiker erwarten kann. Das sind alles nur Agenturen, Firmen quasi, die das Produkt „Deutsches Volk“ an den meistbietenden verschachern.

    Die Situation des Wählers ist also quasi folgende: Er steht in einem im Finanzchaos brennenden Gebäude das jederzeit einzustürzen droht. Und die Hand zur Rettung reichen ihm: Ein Massenmörder in schwarz, ein Massenmörder in rot, ein Menschenhändler in Gelb und ein Heuchler in Grün der mit den anderen gemeinsam das Gebäude selbst angezündet hat. Und auf der anderen Seite ein Ex-Sträfling der nach links schielt und eine seelisch zerrissene Frau mit Augenklappe die keine Ahnung hat, wo man aus dem Gebäude rauskommt.

    Alles keine tollen Optionen, aber ich würde die letzten Beiden versuchen.

  2. Joshua Haschke sagt

    Jens, deine Ausführungen zu dem Thema lesen sich mal wieder wunderbar. Ich sehe, dass deine Meinung sich mit der meinen in vielen Punkten deckt. Die Frage ist nur, ist die Situation wirklich so prekär, dass man als halbwegs klar denkender Mensch nur den Kopf schütteln über das, was in den Parteien gerade passiert.
    Es zeigt sich ja das die Zahl der Nichtwähler kontinuierlich steigt, einer Gründe wird sicherlich die Unzufriedenheit mit den Parteien sein.
    Habe mir ja vorgenommen die Wahlprogramme zu lesen und zu vergleichen. Meine Ergebnisse gibt es dann zu lesen.
    Ich werde mal das Bild vom Haus in eine Grafik umsetzen, das trifft es einfach sehr gut.

  3. Dein dritter Satz ist glaube ich ein wenig verdreht.

    Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass sich der Wahl zu verweigern gleichbedeutend wäre mit „Die Rechten unterstützen“ oder so’n Mist. Ich halte das ebenfalls für miese Wahlpolemik, da das Politsystem genau weiß, die Leute, die nur „irgendwas“ wählen folgen größtenteils den grundlegensten psychologischen Prinzipien diesbezüglich und wählen somit die Parteien mit der größten Präsenz, also die seit langem herrschenden. Ich bin der Meinung, wer keine Lust hat seiner demokratischen Bürgerpflicht zu folgen und sich mit Politik intensiv auseinander zu setzen um ein mündiger Wähler zu werden, der soll sich aus dem Ganzen ruhig ganz raushalten und seine Stimme behalten.

    Wahlprogramme lese ich ehrlich gesagt auch nicht, der Grund dafür ist so simpel wie man es sich nur denken kann. Ob die CDU ein Wahlprogramm schreibt oder ein Yeti seinen Namen in den Schnee pinkelt, hat für mich im gleichen Maße Gewicht. Ein Wahlprogramm der etablierten Parteien ist für mich sowas wie ein schönes Märchenbuch, in dem tolle Geschichten stehen die der Leser gerne lesen möchte, die aber mit der Realität soviel zu tun haben wie ein Ochsenfrosch mit Kernfusions-Forschung. Ja gut, den ein oder anderen Unterpunkt wird man schon mal einhalten, damit man sich später darauf berufen kann, aber letzten Endes ist das nichts weiter als ein Werbeprospekt, der sie in die Position versetzen soll, später weiter ihr Produkt (dich und mich) an ihre Kunden (die mit mehr Geld als wie wir) verkaufen zu können. Daran zu glauben das die Inhalte eines Wahlprogramms also wirklich das Papier wert sein sollten, auf das sie gedruckt werden ist genauso wie daran zu glauben, dass Snickers essen und mit Spee aktiv waschen dich zu einem taffen Erfolgstyp macht, dem Glück und Zufriedenheit aus nie versiegenden Quellen ins Leben sprudelt.

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